PraktikumWelt/Ratgeber/Erasmus+ Praktikum: So funktioniert die Förderung 2026
Ausland 7 Min. Lesezeit 15. Januar 2026

Erasmus+ Praktikum: So funktioniert die Förderung 2026

Das Erasmus+-Programm fördert Praktika im europäischen Ausland mit bis zu 800 € monatlich. Wir erklären, wer gefördert wird, wie viel du bekommst, und wie du dich bewirbst.

Was ist Erasmus+ für Praktika?

Das EU-Programm Erasmus+ ist weit mehr als nur ein Auslandssemester. Unter dem Bereich Erasmus+ Mobilität für Praktika können Studierende aller Fachrichtungen Praktika im europäischen Ausland – und in einigen Partnerländern – mit einem monatlichen Zuschuss von bis zu 800 € finanziell unterstützt bekommen.

Das Programm läuft in der aktuellen Förderperiode bis 2027 und verfügt über ein Gesamtbudget von 26,2 Milliarden Euro. Die Nachfrage übersteigt das Angebot – wer einen Erasmus+-Platz möchte, sollte frühzeitig planen.

Wer kann Erasmus+ Praktika beantragen?

Grundvoraussetzungen für die Erasmus+-Praktikumsförderung:

  • Du bist an einer deutschen Hochschule eingeschrieben (Bachelor, Master, Promotion, Lehramt)
  • Du absolvierst das Praktikum in einem förderfähigen Land (EU-Mitgliedsstaaten + Island, Liechtenstein, Nordmazedonien, Norwegen, Serbien, Türkei)
  • Das Praktikum dauert mindestens 2 Monate (60 Tage)
  • Maximal 12 Monate Erasmus+ Förderung insgesamt während des Studiums (Studienaufenthalt + Praktika zusammengerechnet)
  • Das Praktikum beginnt nach Studienabschluss: Auch frisch Absolvierte können das sogenannte Erasmus+-Absolventenpraktikum nutzen, wenn der Antrag vor dem Abschluss gestellt wurde

Wie viel Geld gibt es?

Die Fördersätze hängen vom Zielland ab. Länder werden in drei Gruppen eingeteilt:

Gruppe Länder Zuschuss/Monat
Gruppe 1 (höhere Lebenshaltungskosten)Dänemark, Finnland, Irland, Island, Liechtenstein, Luxemburg, Norwegen, Schweden700–800 €
Gruppe 2 (mittlere Lebenshaltungskosten)Belgien, Frankreich, Griechenland, Italien, Malta, Niederlande, Österreich, Portugal, Spanien, Zypern600–700 €
Gruppe 3 (niedrigere Lebenshaltungskosten)Bulgarien, Estland, Kroatien, Lettland, Litauen, Nordmazedonien, Polen, Rumänien, Serbien, Slowakei, Slowenien, Tschechien, Türkei, Ungarn400–500 €

Wichtig: Die genauen Sätze variieren je nach Hochschule, da diese die Mittel eigenständig verwalten. Deine Hochschule kann die Fördersätze auch aufstocken. Frag direkt beim Internationalen Büro nach.

Zusatzförderung für besondere Gruppen

Studierende aus einkommensschwachen Familien (BAföG-Empfänger), Studierende mit Behinderung oder chronischer Erkrankung sowie Eltern erhalten eine zusätzliche monatliche Förderung von 250 €.

Wie bewirbst du dich? Der Schritt-für-Schritt-Prozess

Schritt 1: Kontaktiere das Internationale Büro deiner Hochschule

Jede Hochschule verwaltet ihre Erasmus+-Plätze selbst. Die erste Anlaufstelle ist das Akademische Auslandsamt / Internationales Büro. Dort erfährst du die genauen Fristen, Fördersätze und Anforderungen deiner Hochschule. Fristen liegen meist 2–4 Monate vor dem geplanten Aufenthalt.

Schritt 2: Finde ein Praktikum

Du musst das Praktikum selbst organisieren – Erasmus+ vermittelt keine Stellen. Gute Quellen:

  • PraktikumWelt – Filter nach Land und "International Friendly"
  • EURES (europäisches Job-Portal)
  • LinkedIn mit Standortfilter auf das Zielland
  • Karriereseiten von Unternehmen deiner Wahl

Schritt 3: Stelle den Förderantrag

Du benötigst typischerweise:

  • Ausgefülltes Bewerbungsformular deiner Hochschule
  • Lernvereinbarung / Learning Agreement für Praktikum (Formular von Erasmus+)
  • Unterschrift deines Praktikumsbetriebs (Confirmation from the Receiving Organisation)
  • Immatrikulationsbescheinigung
  • Sprachkenntnisnachweis (Online Language Support = OLS der EU)

Schritt 4: Erasmus+-Sprachtest (OLS)

Vor dem Aufenthalt musst du einen Online-Sprachtest auf der EU-Plattform absolvieren – nicht als Hürde, sondern zur Sprachstandfeststellung. Du erhältst anschließend kostenlos Sprachkurse über das OLS-Portal, die du vor und während des Aufenthalts nutzen kannst.

Schritt 5: Abrechnung nach dem Praktikum

Nach Rückkehr musst du einen Erfahrungsbericht einreichen und den EU-Survey ausfüllen. Erst dann wird die letzte Rate ausgezahlt (oft werden 70–80% zu Beginn und der Rest nach Abschluss ausgezahlt).

Tipps für eine erfolgreiche Bewerbung

Früh anfangen: Viele Hochschulen haben nur begrenzte Fördertöpfe. Wer im Herbst starten möchte, bewirbt sich bereits im Frühjahr.

Das Learning Agreement ernst nehmen: Die Tätigkeiten im Praktikum müssen zum Learning Agreement passen. Ändert sich dein Aufgabenbereich wesentlich, muss das Agreement angepasst werden.

Kombination mit Pflichtpraktikum: Wenn dein Praktikum ein Pflichtpraktikum ist, kannst du Erasmus+ nutzen und profitierst gleichzeitig von Anerkennungsvorteilen im Studienverlauf.

Nach dem Studienabschluss: Das Absolventenpraktikum muss innerhalb von 12 Monaten nach dem Abschluss abgeschlossen sein. Beantrage die Förderung daher unbedingt noch vor deiner Abschlussprüfung.

✍️

PraktikumWelt Redaktion

PraktikumWelt – Die kostenlose Praktikumsbörse für Deutschland & weltweit

Bewerbung einfacher machen mit KI

Nutze unseren KI-Anschreibengenerator und den CV-Analyzer, um deine Bewerbungschancen zu maximieren.

KI-Tools öffnen